Kunden- und Markenerlebnisse

Kunden- und Markenerlebnisse 2022: Zurück ins (digitale) Leben

Die Messen-Misere, Sinnbild für den Bedarf an begeisternde Erlebnisse

Hatten Sie im Herbst des letzten Jahres nicht auch den Eindruck, dass wir über den Berg sein könnten, und Messen endlich wieder zum Standardrepertoire vieler Branchen gehören würden? Aber leider nein!

Mit Ausnahme von wenigen Messen, wie der Formnext, die auch international gut besucht war und der einen oder anderen Publikumsmesse wie dem Caravan Salon, blieben insbesondere B2B-Messen weit hinter den Erwartungen zurück.

Ich habe mit Ausstellern und Vertretern von Industrieverbänden gesprochen von denen viele die gleichen Erfahrungen gemacht haben: Es fehlte ihnen an Menge und Qualität, insbesondere die internationalen Besucher blieben aus. Sie befürchten, dass dieser Trend in diesem Jahr anhalten wird, selbst ohne Corona-Auflagen.

Von der Kommunikation her war ich überrascht, wie stark noch auf die Klassiker, wie Broschüren und Online-Meetings gesetzt wurde. Und wenn es ein digitales Angebot gab – von wenigen Ausnahmen abgesehen – wurde dieses eher schnell und billig und weniger mit Sorgfalt produziert. Die Sorgfalt die Teilnehmer bei realen wie auch bei digitalen Events unweigerlich spüren und schätzen.

Dabei wird gerade diese Sorgfalt in diesem Jahr noch wichtiger, da die Lust an online Meetings teilzunehmen, weiter deutlich sinkt. Das gilt für das Onboarding oder die Schulungen von Mitarbeitern, wie für den Ersatz oder die Ergänzung zu Events und Messen.

 

Das Beste aus beiden Welten: digital-real

Virtual Tours

Grundsätzlich spricht alles dafür, jetzt den Schritt zur Erweiterung zu gehen: Die Angebote für 3D-Welten und 360°-Erlebnisse – mit und ohne Augmented oder Virtual Reality – schießen wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden.

Anbieter für 3D-Messestände sowie ansprechende 360°-Szenarien gibt es reichlich. Und eigene Umgebungen zu erzeugen, ist mit kompetenten Dienstleistern zeitlich wie preislich auf einem attraktiven Niveau angekommen.

Vor der Beschaffung sollten Sie grundlegende Themen klären, um das Invest vollends lohnend zu machen:

  • AnwenderInnen: Wie einfach erschließt sich die neue Technologie von Wahrnehmung bis zur Handhabung für Ihre Zielgruppen? Sehen Sie dazu auch das nächste Kapitel.
  • Nutzungskonzept: Was vielen Unternehmen für eine nachhaltige Verankerung in Ihrer Kommunikationspraxis nach wie vor fehlt, sind Nutzungskonzept – insbesondere auch Datennutzungskonzepte! – die den Wert für Kunden, Mitarbeiter, Patienten sowie Umsatz und Ertrag klar definieren.
  • Ihr Kenntnisstand: Ebenso wichtig und eng mit dem oberen Punkt verbunden ist die Klarheit über die eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten im Unternehmen. Wenn Sie über kein eingespieltes Team verfügen, das neue Technologien bereits erfolgreich umgesetzt hat, scheitern zu groß und ambitioniert angelegte Projekte sehr häufig. Und dies bedeutet oftmals das Aus für innovative Projekte über Monate und Jahre hinaus

Unsere Empfehlung für mittelgroße Organisationen ist es, mit einem überschaubaren Piloten anzufangen. Bei einem Unternehmen wäre dies beispielsweise ein Showroom oder ein Stand oder eine Regalfläche in einer Filiale, bei einem Krankenhaus ein Behandlungsraum. Für die Intranetseite bietet sich unter anderem der Onboarding-Prozess für neue Mitarbeiter an, da er viele standardisierte Elemente enthält.

Im folgenden Abschnitt ‚Augen auf beim Erlebniskauf‘ gehen wir darauf ein, was Sie bei der Auswahl berücksichtigen sollten, da billig nicht immer sicher und nachhaltig günstig ist.

 

Am liebsten immersiv

 

Es gibt viele Faktoren, die das Empfinden, was immersiv ist, d.h. das Eintauchen in eine virtuelle Umgebung ermöglicht, erheblich beeinflussen! Wobei wir im B2B-Umfeld, anders als beim Gaming, eher von einem kurzen, idealer Weise mehrfachen, als vom stunden- oder tagelangen Eintauchen in eine Welt sprechen.

Die Zielgruppen, ob Kunden, Patienten oder Mitarbeiter sind in der Regel deutlich heterogener, als bei Computerspielen.

Bei vielen Projekten haben wir folgende Erfahrungen gemacht, die für Gamer trivial erscheinen, für Personen mit einem mittleren Mediennutzungsverhalten anders zu bewerten sind.

Navigation: Vielen Personen fällt die – ursprünglich viel intuitivere – räumliche Navigation am Bildschirm erst einmal schwer. Weil man gelernt hat, sich auf Internetseiten anders zu verhalten.

  • Befindet sich beispielsweise ein Link auf einer 2D-Seite hinter einer Glaswand, klickt man trotzdem drauf und kommt weiter, während man bei einer 3D-Seite erst an der Glaswand vorbei muss.
  • Wenn Sie von der 3D-Seite auf 2D-Inhalte springen, kann es zumindest am Anfang zu einer kurzen Irritation kommen.

Motivation und Involvement:

  • Gerade bei räumlichen Erlebnissen, wie einer Messe, einem Besuch Ihrer Firmenräume oder Ihrer Immobilien, können Sie und hier insbesondere auf mobilen Endgeräten oder Bildschirmen mit 4K-Auflösung eine sehr hohe Wirkung erzielen.
  • Die Begeisterung und Neugier ist deutlich höher ausgeprägt als bei dem x-ten Besuch einer 2D-Meeting-Plattform, zum Beispiel bei Schulungs- oder Workshopzwecken. Allerdings ist die Enttäuschung auch höher, wenn sich hinter einer Tür nichts verbirgt.

 

Augen auf, beim Erlebniskauf

  • Wählen Sie Produkte und Dienstleistungen passend zu dem Reifegrad, in dem sich Ihr Unternehmen befindet. Kaufen Sie nur von der Stange, wenn Sie selber integrieren können und lesen Sie bitte das Kleingedruckte.
  • Achten Sie auf Daten- und Bildnutzungsrechte! Gerade bei günstig erscheinenden Kombinationspaketen von 360°-Fotografie mit plattformbasierter 360°-Tourerstellung gibt es Anbieter, denen Sie weltweit die Nutzung Ihrer Daten und Bilder übertragen. Das kann dazu führen, dass mit Ihren Bilder ohne Ihr Wissen geworben wird. Und wenn Sie im Nachhinein etwas ändern oder anpassen wollen, sind Sie von dem Dienstleister/Anbieter abhängig.
  • Hosting! Auch hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Prüfen Sie vorab, ob es sich um ein DSGVO-konformes Hosting Ihrer Daten handelt oder nicht. Zudem ist gerade bei internationalen oder globalen Veranstaltungen ein guter Partner von Wert. Insebsondere wenn Sie bi-direktional und in real-time streamen wollen.
  • Analytics! Gute Lösungen sollten Ihnen Alles datenbankgestützt zur Verfügung stellen können, was DSGVO-konform verwendbar ist. Um die Umstellung Ihres Nutzererlebnisses so effektiv wie möglich zu machen, sollten Sie am Anfang Ihr Augenmerk insbesondere auf Abbrüche und Verweilzeiten richten.

Noch Fragen oder Lust auf Mehr?
Gerne beantworten wir Ihre Fragen oder zeigen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten im Rahmen eines kostenfreien Beratungstermins, den Sie unter info@3pii.de buchen können.


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